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[Es werden in diesem Kapitel
nur netzparallele Anlagen betrachtet.]
5.1 Einleitung
Die Stromerzeugung durch Photovoltaikzellen (PV-Zellen) befindet
sich derzeit noch im Anfangsstadium. Durch eine verstärkte
Entwicklung bei den Zellen als auch durch eine weitere Verbreitung
des Mediums könnte der Strombedarf der gesamten Welt durch
eine Photovoltaikfläche die ein Drittel der Sahara in Anspruch
nimmt gedeckt werden.
Abbildung 5-1 zeigt die dafür benötigte Fläche für die Welt, Europa und Deutschland: [1]

So könnte die Photovoltaik den gesamten
elektrischen Energiebedarf in der BRD decken.
- technisches Potential: bis zu 897 TWh/a (Dächer und verfügbare
Freiflächen).
- Inlandsverbrauch 1994: 463,4 TWh/a.
- technisch intallierbare Leistung: bis zu 864 GWp.
- installierte Leistung 1993: 0,008 GWp (Gigawattspitzenleistung).[2]
- ungefähre Erzeugerkosten von 1,50 DM/kWh (rund 9 mal teurer
als Wind)
- Bei Massenproduktion von Solarmodulen kann der Preis auf 23 Pf/kWh
und darunter sinken. [3]
- Eine Studie i.A. von RWE/Siemens/Bayernwerk vom April 93 gibt
an, daß der Preis in den nächsten Jahren (ohne Massenproduktion)
auf 46 Pf/kWh sinken kann. (Hier sind Einsparung durch Wegfall von
Dachziegeln oder Fassadenplatten nicht berücksichtigt.)
Das Problem der Photovoltaik ist die zeitliche
Diskrepanz zwischen der Stromerzeugung und der Stromnachfrage.
Im Sommer könnte sehr viel mehr Strom produziert werden als
benötigt wird, während im Winter die Nachfrage das Angebot
bei weitem übersteigt. Lösungen, die diese Überhänge
sinnvoll und wirtschaftlich speichern können sind noch im
Entwicklungsstadium.
Abbildung 5-2 zeigt, daß im Winter das Solarangebot nicht ausreicht, um den Endenergiebedarf in der BRD zu decken. Der überschüssige Strom im Sommer könnte für die Elektrolyse von Wasserstoff genützt werden. [4]

Elektrischer Strom aus PV-Anlagen harmoniert gut mit dem täglichen
Bedarf von vielen Verbrauchern. Dieser wächst tagsüber
meistens während der Sonnenscheindauer an, wenn die Verbraucher
mehr aktiv sind, um am Abend dann wieder abzunehmen. Darum können
PV-Anlagen mithelfen, Spitzenlasten zu decken, und den Bedarf an
neuen Kraftwerken zu reduzieren.
Für Solare Anwendungen ist aber neben der Sonnenscheindauer
auch die Strahlungsintensität von Interesse. In Europa findet
man gute Werte. Im Norden (England, Süden von Schweden, Dänemark)
bewegen sich diese zwischen 850 - 1050 kWh/m². Nach Süden
nimmt die Strahlungsintensität immer mehr zu. In Italien, Spanien,
Portugal, Griechenland etc. beginnen die Werte bei 1250 (Po-Ebene)
an, und erreichen als Maximalwerte bis zu 1750 kWh/m² am Südende
von Italien, Spanien oder Griechenland. Durch ihre höhere geographische
Lage erreichen die Alpen Werte um die 1350 kWh/m², 100 bis
200 kWh/m² mehr als in den umliegenden Ebenen.
Abbildung 5-3 zeigt die mittlere jährliche Einstrahlung der Sonne in kWh/m² und Jahr in Europa: [5]

Abbildung 5-4 zeigt die durchschnittliche Sonnenscheindauer pro Jahr in der BRD: [6]

Man erkennt, daß im Süden der
BRD 1700 bis 1800 Stunden pro Jahr die Sonne scheint, das sind über
20% des Jahres. Aber auch Schleswig-Holstein hat diese Sonnenscheindauer,
da der Wind den Himmel immer in Bewegung hält. Auch in Berlin
werden die hohen Werte der Sonnenscheindauer erreicht. In Mitteldeutschland
scheint die Sonne vor allem im Ruhrgebiet sehr selten (Luftverschmutzung?).
Dort werden nur 1300 bis 1400 Stunden pro Jahr erreicht (15%).
Im Süden mit 1000 bis 1200 kWh/m² ist darüber hinaus
die Strahlungintensität um bis zu 150 KWh/(m2a) größer
als im Norden, wo sie nur 800 bis 1000 kWh/m² erreicht. Darum
bietet sich gerade in Bayern und Baden-Württemberg eine Nutzung
der Solarenergie an.
Abbildung 5-5 zeigt die durchschnittliche
Strahlungsstärke in der
BRD in KWh/m2a: [7] |
> |
5.2 Funktionsweise
einer PV-Zelle
Als Photovoltaik bezeichnet man die direkte Umwandlung von Licht
in elektrische Energie. Schon 1839 entdeckte Alexander Bequerel
den Effekt, daß in bestimmten elektrochemischen Konfigurationen
unter Sonneneinstrahlung elektrische Energie erzeugt werden kann.
Es dauerte aber dann allerdings noch über hundert Jahre, bis
1954 in den Bell Laboratories (USA) die erste Silicium-Solarzelle
hergestellt wurde. [8]
Aufbau einer kristallinen Solarzelle:
Solarzellen verwenden fast ausschließlich Silizium als Stromerzeuger.
Kristallines Silizium ist ein Halbleiter. Ein solcher Kristall besteht
aus einer regelmäßigen Anordnung von Atomen, die durch
chemische Bindungen aneinander gebunden sind. In einem sehr stark
vereinfachten Bild bestehen alle Atome aus einem elektrisch positiv
geladenen Kern und aus negativ geladenen Elektronen, die den Kern
auf festgelegten Bahnen umkreisen.
Die äußeren Elektronen, die sogenannten Valenzelektronen,
bewirken die chemische Bindung im Kristall. Das Silizium hat vier
Valenzelektronen. Bei niedrigen Temperaturen sind bei Halbleitern
fast alle Elektronen fest an ein Mittelatom gebunden und nur ganz
wenige sind frei im Kristall beweglich. Der Kristall hat eine sehr
geringe Leitfähigkeit.
Durch Zufuhr von Energie, etwa durch Absorption von Licht, könne
Elektronen von Ihren Mutteratomen losgerissen werden. Sie sind dann
frei im Kristall beweglich und erzeugen eine zusätzliche Leitfähigkeit.
Zum Losreißen eines Elektrons von seinem Mutteratom wird eine
gewisse Mindestenergie benötigt - bei Silizium 1,12 eV (Elektronenvolt).
Überträgt man mehr Energie auf das Elektron, so wird der
Überschuß über die Mindestenergie in Wärme
umgesetzt.
Inder Optik wird Licht im allgemeinen als elektromagnetische Welle
mit einer sehr kurzen Wellenlänge beschrieben. Die Farbe des
Lichts hängt von der Wellenlänge ab. Violettes Licht ist
kurzwellig, rotes Licht ist langwellig. Die Leistung der Strahlung
ist von der Amplitude der elektromagnetischen Welle bestimmt.
Bei Wechselwirkung mit Materie zeigt das Licht andere Eigenschaften.
Es verhält sich wie ein Strahl von Teilchen, die auf die Materie
aufprasseln. Diese Teilchen nennt man Photonen. Die Energie eines
einzelnen Photons hängt ausschließlich von der Farbe
des Lichts ab. "Violette" Photonen sind energiereicher
als "rote" Photonen. Die makroskopisch meßbare Gesamtleistung
der Strahlung berechnet sich aus der Anzahl der Photonen, die pro
Zelleinheit auf der bestrahlten Fläche auftreffen, multipliziert
mit der Energie der einzelnen Photonen. Bei der Absorption von Licht
kann ein Photon seine Energie nur an ein Elektron abgeben.
| Abbildung 5-6 zeigt die Ladungstrennung in einer PV-Zelle: [9] |
 |
Weil nun zur Erzeugung eines freien Elektrons
eine Mindestenergie aufgebracht werden muß. Bedeutet dies,
daß das einzelne Photon die nötige Energie mitbringen
muß. Das heißt: Das Licht muß eine bestimmte Farbe
haben - oder muß mehr im violetten Bereich liegen. Wenn nun
das einzelne Photon mehr Energie mitbringt, als zur Ablösung
eines Elektrons nötig ist, wird pro Photon doch nur ein freies
Elektron erzeugt: Die Überschußenergie wird in Wärme
umgesetzt.
Es gilt also:
- Erst ab einer bestimmten Farbe (d.h. unterhalb einer bestimmten
Wellenlänge) können durch
Licht freie Ladungsträger im Halbleiter erzeugt
werden.
- Überschußenergie des Photons, die über die Grenzenergie
hinausgeht, geht verloren.
- Jedes Photon passender Farbe erzeugt einen beweglichen Ladungsträger.
- Jeder der durch Lichtabsorption erzeugten Ladungsträger kann
die gesamte Energie, die er beim - Lostrennen vom Mutteratom aufgenommen
hat, an einen Verbraucher als Nutzenergie abgeben.
All dies ergibt schon eine erste Obergrenze des Wirkungsgrades,
den eine PV-Zelle haben kann.
Abbildung 5-7 zeigt die ankommende Strahlung aus dem Weltraum auf die Erdoberfläche dar:

Solarzellen können aber nur ab einer
gewissen Mindestenergie arbeiten. Deshalb zeigt die nachfolgende
Abbildung das wirklich nutzbare Strahlungsspektrum:
| Abbildung 5-8 zeigt das nutzbare Strahlungsspektrum: |
 |
Rechnet man die Fläche aus,
so erkennt man, daß selbst unter den viel zu optimistischen
Annahmen nur etwa 50 % der Energie verwertet werden können,
der Wirkungsgrad also 50 % grundsätzlich nie übersteigen
kann. [10]
Um den Unterschied zwischen der globalen, direkten und diffusen
Strahlung in Abhängigkeit von deren Intensität besser
abschätzen zu können dient folgendes Diagramm:
Abbildung 5-9 zeigt den Tagesverlauf der Einstrahlung auf eine geneigte Fläche: [11]

Ein weitere wichtiger Faktor in der Bemessung einer PV-Anlage ist
die Temperaturganglinie der PV-Module.
Je heißer die Module werden (bei konstanter Bestrahlungsstärke),
desto weniger Strom produzieren Sie.
 |
Abbildung 5-10 zeigt die Abhängigkeit der Stromerzeugung von Solarzellen und Temperatur der Solarzellen: [12]
|
Man erkennt, daß der Einfluß der Temperatur sehr stark
auf die Stromerzeugung ist. Während die Stromstärke hauptsächlich
von der Bestrahlungsstärke abhängt, ist die Ausgangsspannung
eines PV-Generators von der Temperatur abhängig. Der Temperaturkoeffizient
für kristalline Silicium-Solarzellen beträgt beispielsweise
-0,5%/K. Deshalb haben auch Gebirgsanlagen (höhere Strahlungsintensität,
niedrigere Temperaturen) einen höheren Ertrag, als Anlagen
in tiefer gelegenen Ebenen.
5.2.1.
Energiebilanz, Lebensdauer
Vielfach ist das Gerücht aufgetaucht, daß PV-Zellen mehr
Energie zu Ihrer Herstellung benötigen, als Sie in Ihrer gesamten
Lebenszeit wieder erwirtschaften. Dem ist nicht so, Solarzellen
brauchen 2,7 Jahre bei einer Einstrahlung von 1100kWh/m² und
Jahr, um die Energie für ihre Herstellung zu erzeugen. Die
Lebensdauer einer modernen PV-Zelle kann nur abgeschätzt werden,
da es noch keine 20 Jahre alten, nach modernen Verfahren hergestellten
Module gibt. Sie wird mit über 20 Jahren angenommen (für
Mono- und Polykristalline Module).
5.2.2. Typen von Solarzellen [13]
Es gibt inzwischen mehrere Typen von Solarzellen. Die drei wichtigsten
(Monokristalline Multikristalline und Amorphe Solarzellen) werden
kurz vorgestellt. Desweiteren gibt es noch verschiedene Arten, die
sich noch im Laborstatus befinden.
1. Monokristalline Silicium-Solarzellen
Herstellung:
Mit Hilfe des Czochralski-Verfahren wird eingeschmolzenes Silicium
zu einem stabförmigen Einkristall gezogen und danach in Scheiben
gesägt.
Kennzeichen:
Monokristalline Silicium-Solarzellen erkennt man an ihrer gleichmäßigen,
glatten Oberfläche sowie gebrochenen Ecken.
Wirkungsgrad: Labor : 23,3 % Produktion : 15 - 17,5 %
2. Multikristalline Silicium-Solarzellen
Herstellung:
Geschmolzenes Silizium wir in Blöcke gegossen, dabei wird die
Einkristallbildung unterbunden. Aus dem grobkörnig erstarrtem
Silicium werden Scheiben gesägt.
Kennzeichen:
Multikristalline Silicium-Solarzellen besitzen eine unregelmäßige
Oberfläche, auf der deutlich die Kristalle mit einem Durchmesser
von einigen Millimetern bis Zentimetern zu erkennen sind.
Wirkungsgrad: Labor : 17,8 %
Produktion : 12 - 14 %
3. Amorphe Silicium-Solarzellen
Herstellung:
Silizium wird aus der Gasphase auf einen Träger (zumeist Glas)
als dünne Schicht aufgebracht.
Kennzeichen:
Eine Kristallstruktur ist hier nicht zu erkennen. Amorphes Silicium
besteht aus ungeordneten Silizium-Atomen.
Wirkungsgrad: Labor: 11,5 % Produktion: 5 - 8 %
Noch im Laborstatus befinden sich folgende Zellentypen:
4. CIS, CdTe, GaAs, CulnSe2 - Solarzelle
Herstellung:
Aufdampfung von Verbindungshalbleitern auf ein Glassubstrat.
Kennzeichen:
Aufdampfung kann großflächig und in beliebiger Form geschehen,
desweiteren können Metallkontakte mit aufgedampft werden, so
daß die Zellen schon bei der Aufbringung verschaltet werden
können.
Wirkungsgrad: Labor : 10 - 37 %
Produktion : noch keine Angaben
5. Die Twin-Solarzelle: [14]
Von Diplomchemiker Dr. Helmut Hoegl entwickelt, im Sommer 1993 als
Prototyp erschienen.
Kennzeichen:
Die Grundeinheit besteht aus einem rundum mit einem Halbleiter beschichteten
Draht oder Stab (Innenelektrode). Im einfachsten Fall werden zwei
solcher Einheiten, von denen die eine p- und die andere n-dotiert
wurden, durch eine elektrisch leitende Schicht (Kontaktschicht)
über die ganze Länge miteinander verbunden. Der pn-Übergang
ist somit hergestellt, an dem der photoelektrische Effekt stattfinden
kann. Allerdings ist diese Kontaktschicht nicht so gut, daß
eine ausreichende photoelektrische Spannung erreicht wird. Deshalb
werden in einer verbesserten Version auf den Drähten bzw. den
Stäben jeweils komplette pn- und np-Doppelschichten hergestellt
und dann wieder mit einer elektrisch leitfähigen Kontaktschicht
zusammengefügt. Auf diese Weise wird nicht nur die Funktionsfähigkeit
hergestellt, sondern auch gleichzeitig eine Verdopplung der Spannung
erzielt.
Die kalkulierten Herstellungskosten könnten bei einem Wirkungsgrad
von 10% der Zellen auf 2.000,- DM/kWp fallen.
5.3. Systemkomponenten einer PV-Anlage
PV-Anlagen bestehen im wesentlichen aus drei Komponenten:
Solarzellen
Wechselrichter
Montage
In Nachfolgendem Diagramm sieht man die verschiedenen Anschlußarten
eines Solargenerators an die Verbraucher. Von Links nach Rechts:
direkter Anschluß, direkter Anschluß mit Möglichkeit
der Speicherung des elektrischen Stromes in einer Batterie, im Parallelbetrieb
mit einem Generator und im Netzparallelbetrieb.
| Abbildung 5-11 zeigt die verschiedenen Nutzungsarten des Solarstromes [15] |
 |
5.4. Kosten einer
PV-Anlage
Die PV-Anlagen haben 3 große Kostengruppen.
Diese sind die Module, der Wechselrichter und die Montage. Dabei
haben die Solarmodule einen Anteil von ca. 58%. Die Montage ca.
38% und der Wechselrichter 14%. Mit zunehmender Anlagegröße
werden die Montagekosten und die Wechselrichterkosten geringer,
die Module nehmen jedoch zu. Die Verteilung der Komponentenpreise
ist in nachfolgender Grafik aufgezeichnet.
Abbildung 5-12 zeigt die Kostenverteilung bei einer PV-Anlage: [16]

Für die Wechselrichter können je
nach Nennleistung folgende Preise angesetzt werden.:
Abbildung 5-13 zeigt die spezifischen Preise für Wechselrichter pro kW: [17]

Dabei sollte beachtet werden, daß der
Wechselrichter ganz entscheidend zum Ertrag einer PV-Anlage beiträgt.
Durch seine Wirkungsgradkurve hat er maßgebenden Einfluß.
Deshalb sollte nicht der erstbeste Wechselrichter gewählt
werden, sondern der mit dem besten Wirkungsgrad, auch wenn dieser
1000,- DM mehr kostet. Der max. Wirkungsgrad eines Wechselrichters
sollte heute nicht unter 96% liegen.
Abbildung 5-14 zeigt einen vorbildlichen Wirkungsgradverlauf eines Wechselrichters: [18]

5.4.1. PV-Markt in Deutschland und der
restlichen Welt 1996
Bei einer PV-Anlage sind vor allem die spezifischen Kosten pro installiertem
kWp interessant. Anlagen bis zu 2 kWp haben einen durchschnittlichen
Preis von ca. 27.000,- DM ohne Montage. In untenstehender Tabelle
ist dieser Preis (1994-1995) noch nicht erreicht worden. Seit dieser
Zeit sind die Preise für Solaranlagen um ca. 20-30% gefallen.
Deshalb sind die untenstehenden Preise zwischenzeitlich nicht mehr
aktuell.
| Abbildung 5-15 zeigt die Systemkosten für PV-Anlagen nach Ihrer Systemleistung: [19] |
 |
 |
Abbildung 5-16 zeigt die Spezifischen Systempreise für PV-Anlagen und deren installierten
Leistung: [20] |
Die Montagekosten nach ECOSOLAR betragen
ca. 1040,- DM/kWp. Laut Angabe von SUNTEC 1200,- DM/kWp. Die Module
selber sind mit ca. 10.000,- bis 12.000,- DM/kWp (inkl. MwSt.) zu
kalkulieren. Wobei IBC der billigste Anbieter war. Für die
Preise in der nachfolgenden Graphik nehme ich an, daß sie
ohne MwSt. sind, da ich kein Angebot für 7.000,- DM/kWp erhalten
habe.
Abbildung 5-17 zeigt die Preisentwicklung von Solarmodulen, am linken Rand der Graphik ist leider ein Fehler, es heißt hier Preis in tausend DM/kWp: [21]

Via Internet konnte ich auch Preise in
Amerika erfragen. Bei SOLAR ALASKA kostete ein 53 Watt Modul von
VALUE LINE 238,8$ was bei einem Kurs von 1,55 DM je Dollar 6,98
DM/Wp ergibt. [22]
5.4.2. Simulationsprogramme, Erträge
von PV-Anlagen, Wirkungsgrad
Ashling [23]
PV Systems Simulation Software.
Ein Programm um den Ertrag einer PV-Anlage zu schätzen ist
die Simulationssoftware Ashling. Sie wurde entwickelt vom National
Microelectronics Research Centre in Cork, Irland. Zu meiner Freude
schickte mir Michael Rudden eine Kopie des Programmes. Mit diesem
Programm kann man durch den europäischen Solaratlas, der in
einer Datenbank bereits mitgeliefert wird, fast jeden Standort in
Europa simulieren. Dabei wird zuerst eine Anlage mit Hilfe des sehr
einfach zu bedienenden Windows-Menu eingegeben und danach simuliert.
Als Eingabe stehen 7 prinzipielle PV-Anlagen zur Auswahl, 2 netzgekoppelte
Anlagen und 5 Inselanlagen. Dabei wird die stündliche Stromerzeugung
mit der Temperatur der Zellen und dem Wirkungsgrad des Wechselrichters
bei der herrschenden Strahlungsintensität simuliert. Als Output
erscheint u.a. der Ertrag nach dem Wechselrichter.
Sundi:
Am Institut für Elektrische Maschinen der TU Berlin wurde das
Simulationprogramm SUNDI entwickelt. Es dient dazu die Strahlungseinbußen
infolge von Abschattungen bei Solaranlagen zu ermitteln Eine einfache
Analyse kann mit Sonnenbahndiagrammen durchgeführt werden.
Das Programm erlaubt eine genaue Tagesanalyse, um Abschattungen
genauer lokalisieren zu können. Die Ergebnisse können
graphisch dargestellt werden. Die Strahlungseinbußen können
auch über längere Zeitperioden berechnet werden. Die Berechnung
erfolgt außerordentlich schnell. Die Ergebnisse werden tabellarisch
dargestellt und stehen anderen Windows-Anwendungen zur Verfügung
SUNDI ist am FTP-Solar Server verfügbar:
ftp://emsolar.ee.tu-berlin.de/pub/progs/sundi.
Dort wird es auch bald ein Simulationsprogramm für PV-Anlagen
mit Abschattung geben.
Ashling in Kombination mit Sundi ist in der Lage eine sehr genaue
Schätzung des Ertrages für PV-Anlagen zu liefern.
5.4.2 Erträge von PV-Anlagen:
Wichtig ist hier der Ertrag von kWh pro installierte kWp und Jahr
um einen Vergleich zu verschiedenen Standorten zu haben. Eine Untersuchung
aus dem 1000-Dächer Programm ergab folgendes Ergebnis:
Abbildung 5-18 zeigt die spezifischen Erträge des 1000-Dächer Programms des Bundes: [24]

Hier ist ein deutliches Nord-Süd Gefälle
vorhanden. In Bayern und Baden-Württemberg werden Erträge
um die 800 kWh/kWp erreicht, während im Norden nur um die 700
kWh/kWp erreicht werden. Einzelne Anlagen liegen mit 1080 kWh/kWp
weit über diesen Durchschnitt. Das liegt zu einem an einen
guten Standort ohne Verschattung und an der Verwendung von hochwertigen
Wechselrichtern. Als Richtwert sollten heute 1000 kWh/kWp erreicht
werden.
Die Firma ASE GmbH gibt für München folgende Erträge
an:
 |
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 |
 |
| installierte kWp |
Ertrag in kWh/a |
benötigte Fläche
in m² |
Spez. Ertrag in kWh/kWp |
1,2 kWp |
960 kWh |
9,6 m² |
800 kWh/kWp |
1,8 kWp |
1440 kWh |
14,4 m² |
800 kWh/kWp |
2,4 kWp |
1920 kWh |
19,2 m² |
800 kWh/kWp |
Wirkungsgrad:
Eine andere Methode den Ertrag einer PV-Anlage zu schätzen
ist sie über den Systemwirkungsgrad und der mittleren jährlichen
Einstrahlung zu ermitteln.
Dazu ein Beispiel für eine senkrecht stehende PV-Anlage an
einer Fassade in Köln (unverschattet). Die mittlere Einstrahlungsstärke
beträgt hier 1049 kWh/m². 140 m² PV-Module wurden
an die Fassade angebracht. Der Einbaufaktor für eine senkrechte
Anlage beträgt 0,74 (siehe Abbildung 6-8). Das Strahlungsangebot
beträgt damit 0,74 * 1049 kWh/m²a = 776 kWh/m²a.
Die Oberfläche eines Solarmoduls besteht jedoch nicht nur aus
PV-Zellen, sondern auch aus einen Rahmen, Verschaltungen etc. Daraus
ergibt sich der Belegungsgrad der PV-Zelle (Zellenoberfläche
zu Gesamtfläche des Moduls), er kann mit 75% angenommen werden.
Die reine Solarzellenfläche ist dann 0,75 * 140 m² = 105
m². Nun muß der Systemwirkungsgrad ermittelt werden (Einfluß
Temperatur, Wechselrichter, Kabelverluste und der Wirkungsgrad der
Solarzellen). Der Einfluß der Temperatur beträgt bei
hinterlüfteten Fassaden ungefähr den Faktor 0,86. Kabelverluste
betragen ca. 1%. Der Wechselrichter kann mit einem mittleren Wirkungsgrad
von 85% geschätzt werden. Die Solarzellen (Monokristallin)
haben einen Wirkungsgrad von 14%. Daraus ergibt sich der Systemwirkungsgrad:
0,86 * 0,99 * 0,85 * 0,14 = 0,10. Bildet man nun das Produkt aus
Strahlungsangebot (774 kWh/m²), Zellenfläche (105m²)
und Systemwirkungsgrad (0,10) dann erhält man eine Ausbeute
von ca. 8.100 kWh/a. [25]
Abbildung 5-19 zeigt die Kosten für eine kWh Strom aus Solarzellen im Wandel der Zeit weltweit: [26]

5.4.3 Wirtschaftlichkeitsberechnung
Die Preise für Solarstrom fallen stetig:
Man erkennt, daß die Preise seit 1988 nicht mehr so stark
fallen wie vor 1988. 1996 kostet eine kWh aus Sonnenenergie mittels
Solarmodule ungefähr 1.65 DM (bei 20 Jahren Lebensdauer). Ein
1994 im spanischen Toledo errichtetes Ein-Megawatt-Solarkraftwerk
liefert die Kilowattstunde für umgerechnet 60 Pfennig. Bei
einer Massenproduktion von Solarmodulen sind weiter Preissenkungen
denkbar. [27]
Solarfassaden:
Solarfassaden sind bereits heute eine Alternative zu herkömmlichen
Fassaden aus Metall, Glas oder Naturstein. Ein Vergleich der Kosten
pro m² Fassadenfläche macht deutlich, daß mit PV-Fassaden
schon heute wirtschaftlich gebaut werden kann. [28]
 |
 |
 |
 |
| Material |
Preis pro m² Kaltfassade
(Standard) |
Preis pro m² bei 30
MW Jahresproduktion |
Preis pro m² bei 100
MW Jahresproduktion |
| Stahlblech/Glas |
ca. 600 - 800 DM |
|
|
| Beschichtetes Glas/Glas |
ca. 1200 - 2000 DM |
|
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| PV-Zellen (Standardmaß) |
ca. 2500 - 2900 DM |
ca. 900 - 1000 DM |
ca. 700 - 800 DM |
| Naturstein (einfach)/Glas |
ca. 1500 - 2000 DM |
|
|
Naturstein (poliert)/Glas |
ca. 2000 - 5000 DM
und mehr, je nach Ausführung |
|
|
Bei den nun folgenden Wirtschaftlichkeitsberechnungen
ist zu beachten, daß diese die Lebensdauer der Wechselrichter
nicht näher beachten. Diese betrug in der Vergangenheit ca.
10 Jahren. Die neue Generation ist besser.
Standortsimulation in einem EFH in Unterhaching bei München:
Photovoltaikanlage in Unterhaching von Reno Deitermann:
Technische Daten:
20 Module der Firma Solarex á 120 Wp, Polycrystallin, Fläche
21,875 m²
Aufstellwinkel 45°
Sonnenazimut 0°
Wechselrichter Eikscom 1.51
Installierte Wp: 2400
Förderung:
19.200.- DM der Gemeinde Unterhaching (8.- DM je installiertes Wp)
Materialkosten 27.300.- DM
Die Simulation wurde anhand des Simulationsprogrammes Ashling durchgeführt.
Dieses Programm wurde schon vorgestellt. Leider kann dieses Programm
keine Verschattung berücksichtigen, so daß die Werte
nach unten korrigiert werden müssen, da in 10m Entfernung eine
große Fichte steht, die Schatten auf die PV-Anlage wirft.
Eingabewerte für das Programm:
Standort: 48° 24´ N und 11° 44´ O (Weihenstephan)
Es wurde als nächster gemessener Standort Weihenstephan gewählt,
da hier Daten aus den Europäischen Solaratlas vorhanden waren.
Höhe: 467m
PV-Anlage: Array Rating: 2400 Wp; 2 Felder mit je 20 Module á
60 Wp (die 120 Wp Module gab es nicht).
Array Voltage 384,4 V
Inverter Rating: 3 KV
Azimut: 0°
Aufstellwinkel: 45°
Albedo-Faktor: 0,15 (Wiese)
Derating_Faktor: 0,8
Kabelverluste: Pauschal 2%
Missmatch Loss: 3%
PV-Fläche: 22,8 m²
Ausgabewerte des Programms:
Siehe Beiblatt in der Anlage.
Wichtigstes Ergebnis der Simulation ist die jährlich ins Netz
abgegebene Menge an kWh/a.
Im Datenblatt kann man dies unter "Inverter Output" ablesen.
Sie beträgt 1927 kWh/a (entspricht 802,92 kWh/kWp).
Rechnung über den Wirkungsgrad:
Mit der Rechnung über den Wirkungsgrad kommt man auf einen
anderen Wert:
Der Systemwirkungsgrad wird mit 0,1 angenommen. Die mittlere Einstrahlung
pro Jahr wir dem bayerischen Solaratlas entnommen (Rechnung siehe
Anhang) und mit 1220 kWh/m² und Jahr ermittelt. Bei 45°
Neigung wird laut Diagramm 6-8 ein Faktor von 0,95 nötig. Dies
ergibt eine Einstrahlung von 1159 kWh/m². Die Fläche ist
21,875m² und muß noch mit einen Belegungsgrad von 0,8
multipliziert werden, was 17,5 m2 ergibt. Nun wird der Ertrag errechnet:
0,1 * 17,5 m² * 1220 kWh/m²a = 2135 kWh/a (890 kWh/kWp).
Dabei ist aber keine Verschattung, wie auch in der Computersimulation,
berücksichtigt.
Wirtschaftlichkeitsrechnung:
Annahmen:
Ertrag: 2100 kWh/a (gut nach oben geschätzt)
Investitionskosten: 9.000,- DM
Darlehen: 6,5% über 10 Jahre
Inflation: 2%
Wartung: 50 DM/a
Selbstmontage, dadurch keine Kosten
Ergebnisse:
Siehe auch beigefügte Blätter in der Anlage.
Förderung nach dem Modell der Gemeinde Unterhaching (8.000,-
DM/kWp):
Rentabilität: -2,4%
Keine Amortisation nach 20 Jahren
Der Solarstrom müßte mit 0,595 DM/kWh vergütet werden,
um auf C = 0 zu kommen.
Bei einer Förderung nach dem Modell der Stadtwerke München
(5000,- DM/kWp und 2,- DM/kW) ergeben sich folgende Ergebnisse:
Rentabilität: 15,04%
Amortisation: 7 Jahre
Wird die Inflation nicht berücksichtigt und kein Darlehen bezahlt,
so ergibt sich ein interner Zinsfuß von 20,09%.
Mit der Förderung des Bundes (7.000,- DM/kWp) ergibt sich eine
kostendeckende Vergütung (KV) von 0,747 DM/kWh. Ohne Förderung
beträgt die KV 1,812 DM/kWh.
Ohne Berücksichtigung von MwSt., Inflation und Darlehen ergibt
sich eine Rentabilität von 2,16%. Die Anlage hat sich nach
20 Jahren nicht amortisiert.
Als Fazit der Untersuchung bleibt, daß die Anlage selbst bei
nicht Beachtung der Montagekosten (Selbstmontage) und Absetzung
der MwSt. nicht wirtschaftlich arbeitet. Nur eine Förderung
nach dem Modell der Stadtwerke München ist wirtschaftlich.
Standortsimulation in einem MFH in Starnberg
Da ich selber an eine PV-Anlage interessiert bin, habe ich mir ein
Angebot der Firma SUNTEC aus Hamburg zukommen lassen. Da unser Haus
mit ca. 240 m² Wohnfläche sehr groß ist, sollte
die PV-Anlage mit 5-kW Peak dimensioniert werden. Das Haus wird
von meinen Eltern und mir bewohnt. Zusätzlich ist eine kleine
Ferienwohnung integriert, die aber nicht immer vermietet ist. Genügend
Dachfläche für die PV-Anlage ist vorhanden (ca. 70 m²).
Ausrichtung (Sonnenazimut): 25° nach Westen, keine Verschattung
Dachneigung: 34°
Voraussichtlicher Energieertrag: 5000 kWh/a (gut nach oben geschätzt
mit 1000 kWh/kWp)
Voraussichtliche Förderung: 7000,- DM/kW peak ergibt 35.000,-
DM an Fördergelder vom Bund
Angebot: 73.255,- DM inkl. MwSt. und Montage, Anlagengröße
5 kWp
Wartung: 50,- DM/a (optimistischer Wert)
Darlehen: 6,5% über 10 Jahre
Die Ergebnisse:
Siehe auch beigefügte Blätter in der Anlage.
Förderung des Bundes (7.000,- DM/kWp):
Rentabilität: -3,82%
Amortisation: über 20 Jahre
Eine KV wird bei 1,045 DM/kWh erreicht.
Mit einer Förderung der Stadtwerke München (5.000,- DM/kWp
und 2,- DM/kWh):
Rentabilität: 10,76%
Amortisation: 10 Jahre
Der interne Zinsfuß beträgt hier 10,49%/a, ohne Darlehen
14,31%/a.
Die Anfangsförderung, um die Anlage wirtschaftlich zu machen
müßte 66.479,- DM betragen (13.300,- DM/kWp, Investitionskosten
7.376,- DM).
Ohne Förderung beträgt die KV 1,977 DM/kWh.
Beispiel Luxemburg: Solardachziegel - Das Dach als Stromquelle für
ein Verwaltungsgebäude
Die Liechtensteinischen Kraftwerke (LKW) haben 1994 ein Solarkraftwerk
mit einer Leistung von ca. 17kW peak auf dem Verwaltungsgebäude
in Schaan errichtet.
Der Solardachziegel wird von der Rheintaler Firma Newtec konfektioniert.
Der Dachdecker verlegt den Solardachziegel auf ein Dach und der
Elektriker verlegt die elektrischen Leitungen.
Sonnenschein-Analyse:
Mit dem Heliochron (Gerät zur Erstellung eines Besonnungsdiagramms)
kann eine Standort-Sonnenscheinanalyse durchgeführt werden.
Beschattungen durch Häuser und Bäume werden im Heliochron
angezeigt. Die Dachneigung muß mind. 20 Grad betragen. Der
abrutschende Schnee darf nicht auf ein öffentliches Trottoir
fallen. Notfalls ist eine Schneeabrutsch-Sicherung vorzusehen.
Elektroplanung:
Der Elektriker bestimmt die elektrische Auslegung des Solarkraftwerkes.
Es ist die Leistung, die Anzahl der Solardachziegel und die Anzahl
der Leitungsstränge (Anzahl der Solardachziegel in Serie) zu
berechnen. Der eingesetzte Wechselrichter bestimmt die Strangspannung.
Anordnung:
Eine Merkregel ist zu beachten: Die Anzahl der verlegten Solardachziegel
muß durch 9 teilbar sein. In Übereinkunft mit dem Dachdecker
wird festgelegt, wie die Solardachziegel auf dem Dach verlegt werden.
Sicherheitshinweise:
Sobald Licht auf einen Solardachziegel einfällt, ist mit gefährlichen
Spannungen zu rechnen, da der Solardachziegel dann Energie produziert.
Ein Solardachziegel kann nur spannungsfrei gemacht werden, wenn
er mit lichtundurchlässigem Material abgedeckt wird.
Die Solardachziegel werden auf dem Dach zusammengeschaltet. Dabei
können Spannungen von über 100 Volt auftreten. Der Solardachziegel
ist so konzipiert, daß eine Gefährdung beim Verlegen
vermieden wird. Sämtliche elektrischen Verbindungsstellen sind
gegen unbeabsichtigtes Berühren geschützt.
Montage:
Der Dachdecker und der Elektriker verlegen und installieren das
Solarkraftwerk gemeinsam. Die Elektroinstallationen sind gemäß
den einschlägigen Vorschriften auszuführen.
Vorbereitung:
Bevor die Arbeit auf dem Dach in Angriff genommen wird, müssen
sämtliche Sicherheitsmaßnahmen ausgeführt werden.
Den Umfang muß der Dachdecker bestimmen. Die Unfallverhütungsvorschriften
sind zu beachten.
Verlegen:
Der Solardachziegel wird, entgegen der sonstigen Gebräuche,
von oben nach unten in vertikaler Flucht verlegt. Jeder Solardachziegel
mit dem nächsten verbunden. Es ist darauf zu achten, daß
der Stecker vollständig eingerastet ist und die Kabel mit der
Zugentlastung des Solardachziegels fixiert werden.
Abdeckprofile:
Sobald zwei Reihen Solardachziegel verlegt, angeschlossen und kontrolliert
sind, kann die Befestigung durch die Abdeckprofile erfolgen. Das
Profil wird oberhalb unter die Trennfuge zweier Solardachziegel
geschoben und mit rostfreien Schrauben montiert.
Inbetriebnahme:
Ein Solarkraftwerk darf erst an das Stromversorgungsnetz angeschlossen
werden, wenn eine Abnahmekontrolle durchgeführt worden ist.
Wenn das Solarkraftwerk entsprechend den Richtlinien der Fa. Newtec
und des lokalen E-Werkes installiert wurde, können keine Störungen
an der Anlage auftreten. Am Solarkraftwerk befinden sich keine bewegten
Teile und daher ist eine hohe Lebensdauer der Anlage zu erwarten.
techn. Daten Solardachziegel: (fehlen in der online Ausgabe)
Damit könnten 93,7 Wp/m² installiert werden.
Beispielanlage auf dem Jungfraujoch (Schweiz): [29]
Das Projekt "Jungfraujoch" dient primär folgenden
Forschungszwecken:
- Test von PV-Komponenten: Der Betrieb im Hochgebirge ist ein Härtetest
für sämtliche
- Komponenten (Sonneneinstrahlungsspitzen von über 1,5 kW/m²,
heftige Stürme und
Gewitter, große Temperaturdifferenzen).
- Experimentelle Ermittlung des Energieertrages einer hochalpinen
Anlage.
Maximale Verfügbarkeit von Energieertrag und Messtechnik
Die Testanlage der ISB auf dem Jungfraujoch - höchstgelegene
netzgekoppelte PV-Anlage der Welt - wurde im Oktober 1993 gebaut
und in Betrieb genommen. Sie arbeitet seither einwandfrei, d.h.
ohne Betriebsunterbrechungen und mit einer Verfügbarkeit der
Messdaten von 100%.
Nachfolgend wird auf einige ausgewählte Erkenntnisse, Resultate
und Auswertungen eingegangen.
Härtetest
Um bei einer hochalpinen PV-Anlage eine möglichst hohe Zuverlässigkeit
zu erreichen, werden besondere Anforderungen an die verwendeten
Komponenten und das Systemdesign gestellt. Unter das Systemdesign
fallen z.B. der Blitz- und Überspannungsschutz, aber auch die
mechanische Konstruktion.
Die Anlage hat im ersten Betriebsjahr allen Belastungen standgehalten:
Tagelange Stürme mit Windgeschwindigkeiten bis über 200
km/h, heftige Gewitter, sehr hohe Sonneneinstrahlungsspitzen (bis
1660W/m²) und hohe mechanische Beanspruchung durch große
Temperaturdifferenzen (z.B. Abkühlen der Solarzellen bei Sonnenuntergang:
Temperaturdifferenz 40°C innerhalb 30 Min.; totale Temperaturdifferenz
Nacht - Tag: bis zu 70°C). Auch der Wechselrichter hat den Belastungen
standgehalten, es wurden nebst zwei Kurzabschaltungen keine Probleme
festgestellt.
Das einzige ernsthaftere Problem der Anlage war die große
Schneemenge im Winter 1993/94. Bereits im Spätherbst war die
Schneehöhe überdurchschnittlich und im Frühling wurde
eine Hälfte des Generators im Verlaufe eines Föhnsturmes
größtenteils eingeschneit (Schneehöhe 2-3m). Diese
Lage führte dann natürlich zu recht großen Energieeinbußen,
da die Wetterlage erst später ein Freischaufeln erlaubte. Im
Verlaufe des Jahres wurde zudem der Generator an einzelnen Tagen
- jeweils nach Föhnstürmen bei ungünstiger Umgebungstemperatur
- mit einer Reifschicht bedeckt. Diese Schicht schmolz aber stets
nach ein paar Stunden Sonnenschein von selbst weg.
Energieproduktion 1994
Mit einem Endertrag von 1247 kWh/kWp (bezogen auf die nominelle
Generatorleistung) wurden die Erwartungen erfüllt. Bezogen
auf die effektive Generatorleistung von etwa 1,13 kW bei STC betrug
die Energieproduktion sogar 1272 kWh/kWp, was ein Performance Ratio
von 82% ergibt. Wenn dabei berücksichtigt wird, daß in
dieser Zeitspanne die Einstrahlungssumme ca. 7% unter dem langjährigen
Mittel lag, könnte in einem Normaljahr ein Endertrag von ca.
1340 resp. 1367 kWh/kWp erreicht werden. Ferner könnte der
Ertrag durch Vermeidung von Schneebedeckung und Verändern der
Generatorneigung noch weiter gesteigert werden.
Sehr interessant ist auch der Vergleich zwischen Sommer- und Winterenergie:
Die Voraussage, daß rund die Hälfte der Jahresenergie
im Winter erzeugt wird, konnte mit einem Anteil von 48,0% bestätigt
werden.
Abbildung 5-20 Normierte Jahresstatistik von 1994 der Anlage Jungfraujoch bezogen auf die effektive Solargeneratorleistung von 1,13kWp

PR: Performance Ratio (Verluste dividiert
durch Verluste+Ertrag)
Ls: Leitungsverluste?
Lc: Wechselrichterverluste? Vergleich mit anderen Anlagen im Kanton
Bern:
Durch die normierten Auswertungen ist ein direkter Vergleich verschiedener
Anlagen sehr einfach möglich geworden. Der Vergleich der Anlage
Jungfraujoch mit einer Anlage in Burgdorf, Schweiz (3kWp) und der
Anlage auf dem Mont Soleil, Schweiz (560 kWp) ist sehr aussagekräftig
(s. untenstehende Grafik).
Auffallend sind in dieser Grafik die verschiedenen Verteilungen
des Ertrages über die einzelnen Monate: Bei den Anlagen in
Burgdorf und auf dem Mont Soleil liegt das Schwergewicht beim Sommerertrag,
bei der Anlage Jungfraujoch ist der Ertrag relativ regelmäßig
verteilt.
Die Jahressumme zeigt einen um 46% höheren Ertrag der Anlage
Jungfraujoch bezüglich der Anlage in Burgdorf! Auch der Ertrag
von Mont Soleil wurde um 35% übertroffen.
Abbildung 5-21 Vergleich des auf die nominelle Solargenerator-Nennleistung bezogenen Energieertrages einer 3.18kWp-Anlage in Burgdorf (540m.ü.M.), einer 560kWp-Anlage auf dem Mont Soleil (1270m.ü.M.) und der 1.152kWp-Anlage Jungfraujoch (3454m.ü.M.).

Ausblick
Die Energieproduktion sollte durch die Vermeidung von Schneebedeckung
weiter gesteigert werden können. Mit Hilfe neuer (normierter)
Auswertungen soll das Betriebsverhalten der Anlage noch detaillierter
analysiert werden. Der Ertrag soll mit Resultaten von Simulationsprogrammen
verglichen werden. Dadurch können die Simulationen für
alpine Anlagen verbessert werden.
Greenpeace Projekt Cyrus: [30]
Bislang kostete eine Solaranlage mit 2 kWp 40.000,- DM. Greenpeace
startete eine Umfrage unter der Bevölkerung, ob sie bereit
wären eine PV-Anlage mit 2 kWp zu kaufen, wenn diese um die
26 000,- DM kosten würde (rund 40% billiger). Es meldeten sich
daraufhin mehr als 4500 Interessenten. Daraufhin schrieb Greenpeace
Solarfirmen an, die eine solche Anlage mit bestimmten Vereinfachungen
anbieten würden. Folgende Liste enthält die Firmen mit
den zugehörigen billigsten Preisen:
 |
 |
 |
 |
| Anbieter |
Gesamtleistung in kWp |
Gesamtkosten inkl. Montage
und MwSt. |
spez. Kosten je kWp |
| UFE GmbH Dorfstr. 16
39615 Wetzlar |
2,56 kWp |
32.098,- DM |
12.540,- DM/kWp |
| SoDi-Solardirekt Postfach
310111 40481 Düsseldorf |
1,920 kWp |
25.170,- DM |
13.110,- DM/kWp |
| Pro Solar Deisenfangstr.
47-51 88212 Ravensburg |
1,950 kWp |
26.250,- DM |
13.460 DM/kWp |
| AET GmbH Industriestraße
12 66280 Sulzbach-Neuweiler |
1,950 kWp |
26.390,- DM |
13.530,- DM/kWp |
IBC Solartechnik
Am Hochgericht 10 96231 Staffelstein |
1,8 kWp |
25.100,- DM |
13.950,- DM/kWp |
| RAP GmbH Schlachthofstr.4
38855 Wenigerode |
2,1 kWp |
29.600,- DM |
14.090,- DM/kWp |
| Solar-Energie-Systeme
Wipperstr. 2 79100 Freiburg |
2,1 kWp |
29.675,- DM |
14.130 DM/kWp |
| Schnitt: |
2,05 kWp |
27.757,- DM |
13.539,- DM/kWp |
Der Einkaufspreis für Händler
einer 2kW - Cyrus-Anlage beträgt derzeit ca. 15.000 - 16.000
DM. Der Empfohlene Verkaufspreis inkl. Montage wird mit ca. 21.500
DM (o. MwSt.) angegeben. Der daraus resultierende Differenzbetrag
von ca. 5-6.000 DM pro Anlage ist leicht ausreichend, um die betrieblichen
Kosten und die Kosten für ein bis zwei Montagetage (entspricht
ca. zwei bis vier Mann/Frautagen) sowie den unternehmerischen Gewinn
abzudecken. [31]
Der Rosenheimer Solarverein betrachtete die Vereinfachungen, die
Greenpeace gemacht hat, etwas näher und kam zu folgendem Ergebnis:
Wie typisch sind die vereinfachten Voraussetzungen für die
Cyrus-Anlage? Deswegen befragte der Verein 36 Installateure über
ihre bisherigen Erfahrungen.
Auswertung einer Befragung von 36 Installateuren, Stand: 28.04.96.
Insgesamt erstellte Anlagen: 1446
 |
 |
 |
 |
| |
Spalte 1 |
Spalte 2 |
Spalte 3 |
Dachneigung
größer 45° oder unter 20° |
29% |
1138 DM |
331 DM |
Traufhöhe über
3,55 m |
62% |
1023 DM |
636 DM |
Absturzsicherung
erforderlich |
65% |
641 DM |
419 DM |
| Dachfläche unterbrochen/zergliedert |
55% |
623 DM |
343 DM |
| Kabeldurchführung
fehlt |
69% |
147 DM |
101 DM |
| Zum Wechselrichter
weiter als 10 m |
76% |
210 DM |
160 DM |
| Zählerplatz fehlt |
74% |
1022 DM |
760 DM |
| Zur Potentialausgleichschiene
weiter als 5 m |
65% |
118DM |
76 DM |
| Zum Einspeisepunkt
weiter als 10 m |
38% |
137 DM |
53 DM |
Montagezeit f. Wechselstromleitung
> 1 Std. |
81% |
153 DM |
124 DM |
| Mauerdurchbruch erforderlich |
75% |
166 DM |
125 DM |
| Verputzarbeiten erforderlich |
47% |
156 DM |
74 DM |
| Blitzschutz erforderlich |
61% |
438 DM |
268 DM |
| EVU verlangt Sonderregelung |
42% |
463 DM |
195 DM |
| Grundstück nicht
mit Lieferwagen erreichbar |
11% |
192 DM |
21 DM |
| Anfahrtsweg zum Kunden
über 50 km |
53% |
292 DM |
156 DM |
| Durchschnittliche
Mehrkosten gegenüber Cyrus |
|
|
3842 DM |
Anmerkungen zu den Spalten: 1. Die Prozentzahlen
beziehen sich auf 1446 Anlagen.
2. Die mittlere Spalte nennt die Mehrkosten für eine Anlage,
bei der die jeweilige Cyrus-Voraussetzung nicht erfüllt ist.
(nicht gewichteter Durchschnittswert unter 36 Installateuren)
3. Die letzte Spalte folgt aus Multiplikation der beiden vorhergehenden.
Daraus läßt sich folgern, daß eine durchschnittliche
Anlage mit 2,05 kWp ca. 3.842,- + 27.757,- = 31.600,- DM kostet.
Die Wirtschaftlichkeitsberechnung wird nun mit folgenden Gesichtspunkten
durchgeführt:
1. Rechnung mit Förderung vom Bund (7000,- DM/kWp)
2. Rechnung mit Förderung der Stadtwerke München (5.000,-
DM/kWp und 2,- DM/kWh)
3. Rechnung, damit die Anlage in 20 Jahren genau abgezahlt ist
Annahmen:
Ertrag: 2050 kWh/a
Wartung: 50,- DM/a
Angebot: 31.600,- DM inkl. MwSt. und Montage
Darlehen: 6,5% über 10 Jahre
Inflation: 2%/a
Ergebnisse:
zu 1)
Die Anlage ist nicht wirtschaftlich.
Rentabilität: -4,18%
Amortisation: über 20 Jahre
zu 2)
Die Anlage ist wirtschaftlich.
Rentabilität: 9,2%
Amortisation: 12 Jahre
Zinsfuß bei C = 0 und keinem Darlehen: 12,08%/a
Zu 3)
Ohne Förderung ergibt sich eine KV von 2,149 DM/kWh. Abhängig
vom Ertrag der Anlage ist die KV im folgenden Diagramm eingetragen.
| Abbildung 5-22 zeigt die KV in Abhängigkeit
des Ertrages für eine Cyrus-Anlage mit Elektriker Kosten: |
 |
Man erkennt, daß die Anlage bei einem
Ertrag von rund 2000 kWh eine KV von 2,2 DM/kWh benötigt, um
sich zu amortisieren. Die rote Linie ist eine logarithmische Trendkurve,
die eine Annäherung an die Preisentwicklung darstellt. Am rechten
Rand der Graphik ist die Funktion dieser Trendlinie angegeben.
Die gleiche Rechnung wir nun mit der günstigsten Anlage wiederholt,
die Investitionskosten werden mit 25.707,- DM gerechnet (=2,05*12540
DM):
| Abbildung 5-23 zeigt die KV für
die billigste Cyrus-Anlage ohne Elektriker Kosten: |
 |
Ein potentieller Käufer kann nun seine
mindestens erforderliche Vergütung für seinen Solarstrom
in Abhängigkeit seines Ertrages ablesen. Zahlt das EVU mehr,
ist die Anlage wirtschaftlich im grünen Bereich.
Rechnung für Anfangsförderung mit Amortisation über
20 Jahre:
Nun wird die erforderliche Anfangsförderung gesucht, die erforderlich
ist, damit die Anlage sich nach 20 Jahren amortisiert. Annahmen
waren hierbei die Investitionskosten von 31.600,- DM, 2050 kWh/a
an Ertrag, 50,- DM/a Wartung, 10 Jahre Tilgungsdauer mit 6,5% Zinsen
und 2% mittlerer Inflationsrate.
Als Ergebnis müßten 28.797,- DM gefördert werden
(91% der gesamten Investitionskosten), was einer Förderung
von 14.047,- DM/kWp entspricht.
5.5. Einsatzgebiete
PV-Anlagen im Netzverbund können nur dort empfohlen werden,
wo eine Kostendeckende Vergütung (KV) bezahlt wird. In Bayern
sind hier besonders die Stadtwerke München zu empfehlen. Nur
so kann eine Wirtschaftlichkeit erwartet werden, da alle Anfangsförderungen
zu niedrig sind. Dabei sollte die KV mindestens 1,65 DM/kWh betragen
und über 20 Jahre vergütet werden, wenn nicht noch ein
Zuschuß für die Investitionskosten geleistet wird.
- EFH: Nur zu empfehlen, wenn eine KV gezahlt wird. Für den
Inselbetrieb siehe dazu Kapitel 11.
- MFH: Zu empfehlen, um ein MFH für die Mieter/Käufer
interessanter zu machen. Unter
Umständen ist dann eine sehr viel leichtere Vermietung/Verkauf
möglich.
- Industrie: Nicht interessant. Nur für Imagezwecke zu empfehlen
(Werbung).
- Gewerbe: Zu empfehlen, wenn Vermietungsschwierigkeiten auftreten.
5.6. Fazit PV-Anlagen
Preisentwicklung:
Verglichen mit dem Atomstrom aus dem kürzlich abgerissenen
Kernkraftwerk in Niederaichbach ist Solarstrom noch relativ billig:
120 DM kostete die Kilowattstunde aus dem Pannenreaktor, der nur
18 Tage am Netz war.
Die Photovoltaik, kommt dagegen auf Erzeugungskosten zwischen 1,17
DM/kWh und 1,45 DM/kWh. Das ist aber immer noch rund vier bis fünfmal
so viel wie die Verbraucher für konventionell erzeugte Energie
bezahlen müssen. Einen breiten Durchbruch kann die umweltfreundliche
Technik daher nur schaffen, wenn massive Förderprogramme zur
Markteinführung, zur Öffnung des Marktes aufgelegt werden. [32]
Die abwärtsgerichtete Preisentwicklung von Solarmodulen setzt
sich auch in Zukunft fort (um 300 - 400%). Untenstehende Grafik
verdeutlicht dies:
| Abbildung 5-24 zeigt die voraussichtliche
Preisentwicklung von Solarzellen: [33] |
 |
In den Vereinigten Staaten ist man mit der Wirtschaftlichkeit
schon etwas weiter:
Die Kosten von größeren PV-Anlagen (größer
als 1 kW peak) werden in "genormten" DM/kWh angegeben
- werden über die Lebensdauer verteilt und durch die ausgegebenen
kWh geteilt. Diese Kosten liegen bei 0,25 bis 0,50 $/kWh. Bei diesem
Preis sind PV-Anlagen für den Wohnungsbau wirtschaftlich, wenn
Sie mehr als eine ¼ Meile von einem Netzanschluß entfernt
sind. Lebensdauer und Verfügbarkeit verbessern sich ständig.
Hersteller von PV-Modulen garantieren für sie bis zu 20 Jahren.
Die weltweite Produktionskapazität von PV-Modulen wird sich
Jahr 1996 von 60 MW auf 100 MW fast verdoppeln. Dieses Wachstum
wird in allen Bereichen der PV-Technik stattfinden, vor allem in
den USA. Neue Fabriken entstehen in Brasilien, China, Deutschland,
Hong Kong, Indien, Italien und in England.
Die weltweite PV-Industrie ist von 2 Millionen Dollar Umsatz im
Jahre 1975 auf mehr als 750 Millionen Dollar im Jahre 1993 gewachsen.
Die Firmen mit dem größten Wachstum waren dabei amerikanische
Firmen. Die USA eroberte Ihre Marktführung im Verkauf von PV-Anlagen
von den Japanern zurück. [34]
Neue Produktionsverfahren:
Texas Instruments hat angekündigt durch ein neues Herstellungsverfahren
auf 14 cents pro kWh zu kommen - das sind nach heutigem Kurs ca.
22 Pfennige. Hintergrund: Verwendung von Silizium in "Metallurgischer
Qualität" ("Schmutziges Silizium"), was 2 Dollar
pro Kilo kostet (reines Silizium kostet 75 Dollar pro Kilo). Durch
ein neues Verfahren wird das schmutzige Silizium in kleine Kügelchen
zerlegt, wobei die Verunreinigungen ausgeschieden werden. Diese
Kügelchen werden dann auf ein Aluminiumgitter aufgetragen.
Texas Instruments will mit Southern California Edison die neuen
Solarzellen zwei Jahre testen und dann auf den Markt bringen. [35]
Einfluß der Förderungen in der BRD:
Der PV-Markt ist durch die Förderungen des Bundes und durch
das steigende Umweltbewußtsein der Bevölkerung in Bewegung
geraten:
Die Nachfrage nach Solar-Dächern hat sich im Vergleich zum
Vorjahr verdoppelt. Bei Bund und Länder sind schon im ersten
Halbjahr rund 2000 Förderanträge über insgesamt 5
MW eingegangen (Vorjahre 1994 und 1995 je ca. 2,5 MW).
Der Bund, der jedes installierte KW mit 7000 DM fördert, kann
aber nur etwa 250 Anträge für PV-Anlagen bewilligen. 650
der mehr als 900 eingegangenen Anträge müßten damit
abgelehnt werden, wenn der Förderetat nicht aufgestockt wird.
Die Bundesländer klagen über ähnliche Probleme: Rund
1100 Anträge sind bei ihnen eingegangen. In Bayern, Bremen,
Niedersachsen und Sachsen-Anhalt existiert derzeit keine Förderung.
Abbildung 5-25 zeigt die Anträge für eine PV-Anlage aufgeschlüsselt nach Ländern (Stand Mitte 1996): [36]

Zwei besonders zu empfehlende Bundesländer
in Sachen Förderung von regenerativen Energien sind Sachsen
und Thüringen. Dort werden regenerative Energien am meisten
gefördert. Das Schlußlicht ist, für mich beschämend,
Bayern. Näheres entnehmen Sie bitte Kapitel 13. Imagegewinn:
Keine andere Art der Energieerzeugung genießt einen so guten
Ruf wie die Photovoltaik.
Imagesteigerungen dank Photovoltaik: [37]
In Berlin genießt ein Geschäftsmann seinen Erfolg. Er
hat auf die positive Wirkung der Photovoltaik gesetzt. Sein Bürogebäude,
das er mit einer solchen Anlage ausrüstete, konnte innerhalb
von einem Monat voll vermietet werden.
Es gibt viele solcher Beispiele. Große asiatische Technologiekonzerne
oder deutsche Chemieunternehmen werben mit der Photovoltaik, und
daß, obwohl sie bisher nur einen geringen Anteil zum Umsatz
beisteuert. Was steckt also so erfolgversprechendes hinter der Solarenergie?
Die Industrie hat erkannt, daß der Konsument bezüglich
Umweltschutz sehr sensibel geworden ist. Ob ein Automobilhersteller
mit dem recycelten Handschuhfach wirbt oder der Bürger Altglas
sammelt. Unsere Gesellschaft ist verantwortungsbewußter geworden.
Darum ist es nur konsequent, daß auch die Energieerzeugung,
eine der wesentlichen Schadstoffquellen, immer mehr in den Blickpunkt
gerät.
Mit dem Einstieg in die Photovoltaik kann man positive Imageeffekte
erzielen. Diese positiven Effekte lassen sich ebenso von Eigenheimbesitzern
wie von Vermietern nutzen.
Architektur:
Auch die Architektur wird sich wohl mehr mit dem Thema Photovoltaik
auseinandersetzen müssen. Interessante Lichtspiele lassen sich
schon heute verwirklichen. Insbesondere über die Gestaltsfindung
sollte eine intensive und innovative Diskussion angestoßen
werden. Einige Beispiele geben bereits eine Richtung vor.
Abbildung 5-26 zeigt eine PV-Fassade der Flachglas AG: [38]

Auf CD sind zusätzlich die Wirtschaftlichkeitsrechnungen
einzusehen und durch Eingabe seiner eigenen Angaben eine neue Berechnung
zu erstellen.
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