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Diplomarbeit |
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11 Passive Solararchitektur |
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11.1
Grundsätzliches:
Erstes Gebot passiver Solararchitektur ist es Energie einzusparen.
Die wird zum einen durch hohe Wärmedämmung und zum anderen
durch die konsequente Südausrichtung von Aufenthaltsräumen
mit entsprechenden hohen Verglasungsanteilen erreicht. In der folgenden
Abbildung erkennt man den Fortschritt, den die neue 3. WSVO gebracht
hat; der zulässige Energieverbrauch liegt nunmehr zwischen
50 und 80 kWh/m²a.
| Abbildung
11-1 zeigt die Entwicklung des spezifischen Wärmebedarfs
in der BRD seit 1979 bis heute, sowie einige geförderte
Forschungsobjekte des Bundes: [1] |
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11.2 Potential,
Einsatzmöglichkeit:
Potential: [2]
Durch Solararchitektur und ergänzende Techniken können
bis zu 70% der Heizenergie eingespart werden.
Einsatzmöglichkeit:
Selbst in verschatteten Lagen ist eine Gebäudeoptimierung möglich.
Da es sich bei der passiven Solararchitektur vordringlich um Gebäudetypologische
Grundsätze handelt, ist deren Einsatz an jedem Objekt denkbar.
11.3 Elemente einer
passiven Solararchitektur, Standortwahl:
Bei der Planung eines Gebäudes mit niedrigem Energieverbrauch
ist zu beachten: [3]
Bei der Standortbeurteilung sind die örtlichen Klimafaktoren
wie z.B. Wind, Kaltluftschneisen, Sonneneinstrahlung und Nebelbildung
unbedingt zu berücksichtigen. Wichtig ist hierbei eine vorbereitende
Funktions- und Gestaltsplanung des Gebäudes. Ziel ist dabei
ein möglichst hoher Sonnenwärmegewinn und Windschutz.
Wichtigste Faktoren hierbei sind in gewichteter Reihenfolge:
- Wahl des am längsten besonnten Standorts auf dem Grundstück,
unter Berücksichtigung
bestehender bzw. geplanter Gebäude und Bepflanzungen
- Ausrichtung der Gebäudebreitseite nach Süden
- Kompaktheit des Gebäudes (m³ Bruttorauminhalt / m²
Wohnfläche = 4 - 4,5)
- Anordnung der Aufenthaltsräume nach Süden mit Optimierung
der Fenstergröße zur
Wärmegewinnung
- Anordnung der Nebenräume und der Räume mit nutzungsbedingten
Wärmeanfall
(Küche, Bad) im Norden als sogenannte Pufferräume
- Minimierung der beheizten Flächen (geringe Verkehrsflächen
etc.)
- Anordnung von Pufferräumen (Wintergarten) an der Südseite,
die als unbeheitzte Wärmefallen
in den Übergangszeiten dienen können.
- Minimieren der Fensterflächen auf Nord, Ost und z.T. Westseite
des Gebäudes unter Beachtung
der vorgeschriebenen Mindestbeleuchtungsquerschnitte
- Beachtung der natürlichen Konvektion zum Wärmetransport
von der Südseite, in die an der
Nordseite gelegenen Räumlichkeiten.
-Schnell reagierendes Heizsystem einbauen um auf die wechselnde
Sonnenstrahlung reagieren
zu können (keine Fußbodenheizung, da Masse
des Estrichs zu groß!).
- Reflektierende Flächen im inneren des Hauses, die einstrahlende
Energie in den hinteren
Bereich des Hauses transportieren.
- Auf eine ausreichende Lüftung im Sommer achten (Hitzetod!).
Zusätzlich zu diesen passiven Systemen sind folgende
Aktive Erweiterungen denkbar:
· Kontrollierte Lüftung mit Wärmerückgewinnung
· Aktive Solarenergie Systeme mit Speicher benutzen um bei
schlechter Witterung eine Reserve
zu haben
· Wärmespeicher, Wärmetresore groß genug
dimensionieren
11.3.1 Wärmedämmung, k-Wert
Durch eine gute Wärmedämmung lassen sich die Heizkosten
deutlich reduzieren. Neben den ökologischen Gesichtspunkten
steigt auch der Wiederverkaufswert des Hauses bzw. der Wohnung.
Zudem ist eine gute Wärmedämmung die beste Versicherung
gegen steigende Energiepreise
Eine gute Wärmedämmung trägt zur Erhöhung des
Wohnkomforts bei. Durch geringeren Wärmeabfluss durch die Außenwände
erhöht sich die Innenwandtemperatur, wodurch die Behaglichkeit
gefördert wird.
Die Wärmedämmung schützt nicht nur gegen winterliche
Kälte. Sie ist auch ein Schutz vor übermäßiger
Erwärmung bei hochsommerlichen Wetterlagen.
Wärmedämmung kann an allen Bauteilen angebracht werden.
| Abbildung 11-2
zeigt verschiedene Dämmungsarten für ein Gebäude:
[4] |
 |
In dieser Abbildung fehlt die zwischenzeitlich mögliche Dämmung
an der Bodenplatte. Durch Schaumglas ist auch die Unterseite einer
im Wasser liegenden Bodenplatte dämmbar.
K-Wert:
Wichtig für den Vergleich von Wärmedämmungen ist
der sogenannte k-Wert:
Dieser Wert gibt an, wie groß der Wärmestrom ist, der
durch einen Quadratmeter des Bauteils fließt, wenn der Lufttemperaturunterschied
zu beiden Seiten 1 °C bzw. 1 K beträgt. Je kleiner der
k-Wert, desto besser ist die Wärmedämmung.
Heizenergieverbrauch in Abhängigkeit
vom Dämmstandard: [5]
(siehe dazu auch Abbildung 3-1)
Seit 1. Januar 1995 gilt für alle Neubauten die neue Wärmeschutzverordnung
(WSVO). Dadurch wird der Standard der Wärmedämmung so
weit verbessert, daß gegenüber der alten WSVO von 1982
zukünftig ca. 30 % Heizenergie eingespart wird. Die hierfür
erforderlichen erhöhten Kosten amortisieren sich im Laufe der
Jahre durch niedrigere Heizkosten. Zudem ergibt sich eine nicht
unerhebliche Ökologische Entlastung.
Der Jahresheizwärmebedarf liegt für bestehende Wohnungen
derzeit im Durchschnitt bei 22 l Heizöl bzw. bei 22 m³
Erdgas pro m² Wohnfläche. Durch die WSVO von 1982 wurde
er auf 15 l (15 m³) verbessert, und nach der neuen WSVO werden
Werte von ca. 10 l Heizöl (10 m³ Erdgas) erreicht. Der
hohe Energieverbrauch des Bestands erklärt sich aus der mangelnden
Wärmedämmung vieler älterer Häuser. Durch nachträgliche
Wärmedämmasnahmen sind erhebliche Einsparungen bei den
Heizkosten zu erzielen.
In Schweden dürfen seit Jahren nur noch sogenannte Niedrigenergiehäuser
gebaut werden. Auch in Deutschland gab es in den vergangenen Jahren
ein langsam wachsendes Interesse an diesem hohen Dämmstandard.
Niedrigenergiehäuser verbrauchen nur etwa 5 l Heizöl (5
m³ Erdgas) pro m² und Jahr und sind schon heute Stand
der Technik.
- transparente Wärmedämmung
Während herkömmliche Wärmedämmung an Gebäuden
nur Energieverluste vermindert, erzielt Transparente Wärmedämmung
zusätzlich Solargewinne. Mit rund 450 DM/m2 kostet StoTherm
Solar nur ein Drittel bisheriger Systeme. Dafür liefert es
pro Jahr etwa 100 kWh/m2 Sonnenenergie frei Wohnzimmer.
Und so funktioniert das Ganze: Auf die Hauswand wird das vorbereitete
Systemelement geklebt und fugenlos an konventionelle Wärmedämmverbundsysteme
angeschlossen. Das Sonnenlicht gelangt durch die Transparente Wärmedämmung
auf die Hauswand und wird dort in Wärme umgewandelt. Diese
Energie kann nicht mehr nach außen entweichen, sondern wird
in der massiven Wand gespeichert und zeitverzögert nach innen
abgegeben. So heizt die Mittagswärme das Wohnzimmer pünktlich
zu den Abendnachrichten auf.
Richtig eingesetzt benötigt StoTherm Solar keine mechanische
Abschattung sondern regelt sich selbst: Die Oberflächenstruktur
sorgt bei hohem Sonnenstand im Sommer für hohe Reflexion während
sie im Winter das Licht besonders gut durchläßt. Der
einfache Aufbau macht das System robust und preiswert. Es ist gleichermaßen
für Neubauten und für Altbauten geeignet.
Und der Pionier der Transparenten Wärmedämmung (TWD) Karl
Gertis, verzichtete in Leopoldstadt (bei Wien) auf ihren Einbau
Obwohl die TWD in seinem Institut entwickelt wurde. Er hält
sie inzwischen schon für überholt: "Die modernen
Scheiben bringen mehr. (Wärmeschutzisolierglasscheiben,
Anm. d. Autors).
Außerdem sind sie billiger, weil man für den Sommer nur
vor den Fenstern einen wirksamen Sonnenschutz anbringen muß,
und nicht vor der gesamten Fassade. "Das bezahlt nur ein Verrückter."
Für die Außenwände wurden Leichtziegel verwendet.
Laut Gertis: "Ein gut wärmedämmendes, marktübliches
Produkt."
- Wärmedämmfenster
Fenster sind Schwachpunkte in der Wärmedämmung. Je nach
Lage kommt es am Tag zu solaren Energiegewinnen, die in Nord-, Ost-
und Westlage durch die Transmissionswärmeverluste jedoch in
der Gesamtbetrachtung zu erheblichen Energieverlusten führen.
Insgesamt kann nur bei Südorientierten Fenstern von deutlichen
Energiegewinnen ausgegangen werden. Neben den Transmissionswärmeverlusten
tragen auch die Lüftungswärmeverluste zur Negativbilanz
der Fenster bei.
Die nachfolgende Tabelle zeigt den Unterschied
in der Dämmung bei verschiedenen Glasarten: [6]
| Glasart |
k-Wert [W/(m²K)]
|
Innenoberflächenteperatur
der Scheibe bei -10° C außen und 20° C innen |
| Einscheibenglas |
5,6 |
minus 1,0°
C |
| 2-Scheiben-Isolierglas |
2,9 - 3,1 |
8,4 °
C |
| 3-Scheiben-Isolierglas |
2,1 |
12,1°
C |
| 2-Scheiben
- Wärmeschutz - Isolierglas |
1,3 - 1,6 |
13,8 -15,1°
C |
| 3-Scheiben
- Wärmeschutz - Isolierglas |
0,7 - 0,8 |
16,8 -
17,3° C |
| Abbildung 11-3
zeigt die Gewinn- und Verlustrechnung von verschiedenen Fenstern:
[7] |
 |
Die Dämmwirkung der Verglasung wird
vor allem durch die Luft bzw. Edelgasfüllung im Scheibenzwischenraum
erzielt. Dieser sollte 12 mm nicht unterschreiten. Durch den Einbau
von Wärmeschutzisolierglas läßt sich der Wärmeschutz
um 50-60 % gegenüber herkömmlichem Isolierglas verbessern.
Die Vorteile von Wärmeschutzisolierglas:
- Südlich orientierte Fenster werden zum Sonnenkollektor. Die
Wärmeverluste über die Scheiben
sind vergleichbar mit den Wärmegewinnen durch
die Sonneneinstrahlung.
- Durch eine wärmere Innenoberfläche wird mehr Behaglichkeit
erzielt.
- Die Wärmeverluste halbieren sich gegenüber isolierverglasten
Fenstern
- Die Dämmwirkung ist höher als bei normalem Isolierglas
mit Rolläden oder Vorhängen
- Die Energieeinsparung pro m² Wärmeschutz - Isolierverglasung
beträgt den Gegenwert
von 9-14 l Heizöl oder m³ Erdgas. Bei Öl-
oder Gaspreisen von etwa 0,50 DM/m³ amortisiert
sich diese Verglasungsart immer.
11.4 Simulationsprogramme
ÖKO-RAT: [8]
Wirtschaftlichkeitsberechnung
Das Programm bietet die Möglichkeit, folgende Szenarien zu
untersuchen:
- die Berechnung der für die Wirtschaftlichkeit erforderlichen
Höhe einer Anfangsförderung auf
die Investition
- die Berechnung des notwendigen Energiepreises für die Amortisation
der Investition
(z.B. die notwendige Einspeisevergütung für
Strom aus Solaranlagen),
- die Berechnung einer zur Amortisation führenden Energiepreissteigerungsrate
für die
betrachtete Anlage.
- Anfängliche Investitionskosten für die Anlage
- Betriebskosten, die mit einer jährlichen Inflationsrate steigen
können
- Energieeinsparungskosten (Gewinne), die gegebenenfalls mit einer
anderen Inflationsrate
steigen können.
Vom Benutzer ist außerdem ein Kalkulationszinssatz vorzugeben,
mit dem die Amortisationszeit
berechnet wird sowie die Nutzungsdauer der Anlage, mit Der der interne
Zinssatz berechnet wird.
Durch Anwendung des Programms kann überprüft werden:
- ob die Amortisationszeit unter der Lebensdauer liegt
- welches die sinnvolle Reihenfolge mehrerer Investitionsalternativen
ist, die sich alle
amortisieren. Dies kann man mit Hilfe des internen
Zinssatzes ermittelt werden
RESA: [9]
Energetischer Sanierungsratgeber für Altbausanierung
1. Erfassung des Ist-Zustands: Dieser Teil besteht aus einer
graphisch gestützten Eingabeschnittstelle für die Gebäudegeometrie
und einer integrierten Datenbank, aus der in Abhängigkeit von
Gebäudetyp und Baujahr Konstruktionsdetails von Bauteilen abrufbar
sind.
2. Berechnung der Energieterme: Gebäudeverluste und
Gewinne werden nach der Schweizer SIA-Norm 380/1 ermittelt. Der
Jahresnutzungsgrad der Heizung wird nach Recknagel-Sprenger "Heizung-
und Klimatechnik" bzw. nach der VDI-2067, Blatt 1 berechnet.
3. Bauteilspezifische Identifizierung der günstigsten
Maßnahmen zur Sanierung des Gebäudes.
4. Ausgabe der Ergebnisse in Diagrammen.
CASA: [10]
Lernsoftware CASA
- Wie wirken sich die Gebäudegeometrie und die Gebäudeausrichtung
auf die
Transmissionsverluste aus?
- Was passiert, wenn sich die k-Werte der Außenwände
durch Dämmung ändern?
- Welche Fenstertypen und Fensterflächen passen zu einer Süd-
bzw. zu einer Nordfassade?
- Welche Auswirkungen hat eine Drehung des Gebäudes aus der
Südausrichtung?
FLOVENT: [11]
Das Programm FLOVENT wird eingesetzt, um dreidimensionale Luftströmungen
und die Wärmeverteilung in Räumen und bestimmten Geometrien
zu berechnen.
SUNCODE.: [12]
Temperaturverläufe, Heizleistung und solare Einstrahlung in
der Solargewinnzone, Thermische Simulation eines Solarhaus.
SOMBRERO: [13]
Schattenberechnung
HEAT2: [14]
Wärmebrückenberechnung
DIAS: [15]
Werkzeug für Baufachleute zur Konzeption von energiesparenden,
Passiv-Solaren Bauten.
Energiebilanz gemäß Empfehlung SIA 380/1, zugelassen
für den behördlichen Nachweis, k-Wert Berechnung, Berechnung
von Schlagschatten, Verbrauchsanalyse, Umwandlung von Einheiten
und Vergleich von Energiebilanzen, Datenbank mit Lexikon, Dokumentation
etc. von schon bestehenden Bauten.
Kosten: Studentenversion: 100,- sFr
Vollversion für Fachleute: 400,- sFr
NESA: [16]
Multimediale Datenbank zu Niedrigenergie- & Solar-Architektur
Das Programm besteht aus vier elementaren Komponenten:
- Karten
- Objekte
- Berechnungswerkzeuge
- Lexikon
TRNSYS: [17]
TRNSYS (A Transient System Simulation Program)
Der Klassiker für thermische Solaranlagen und solares Heizen.
Preis: ca. 7000 DM
Sprache: Englisch
Transsolar GmbH, Ledergasse 59, D-73525 Schwäbisch Gmünd
SUNDI: [18]
Einstrahlungsberechnung
Komfortables Programm zu Berechnung von Sonnenbahndiagrammen und
der Einstrahlung nach Reduzierung durch Abschattungen.
Shareware
Sprache: Deutsch
Computersystem: MS-Windows 3.1
Zu beziehen bei: Volker Quaschning, Tu-Berlin, Institut für
Elektrische Energietechnik, Sekr. EM4, Einsteinufer 11, D-10587
Berlin.
Adeline: [19]
Simulationsprogramm für passive Solarenergienutzung.
Entwickelt von der International Energy Agency (IEA). Nähere
Informationen siehe Fußnote.
11.5 Wirtschaftlichkeit
Wie läßt sich passive Solararchitektur wirtschaftlich
berechnen?
Eine Wärmebedarfsrechnung muß für das geplante Gebäude
erstellt werden. Dabei hat der Architekt mit seiner Gestaltung wesentlichen
Einfluß auf den Energieverbrauch des Gebäudes. Durch
Anwendung eines Simulationsprogrammes können verschiedene Szenarien
erprobt und auf Ihre Wirtschaftlichkeit getestet werden. Im großen
und ganzen wird aber bei einer frühzeitigen Berücksichtigung
in der Planung weitgehend Kostenneutralität erreicht.
11.6 Beispiele:
Für die Transparente Wärmedämmung gibt es das Beispiel
der Villa Tannheim. Aus Platzgründen wird die Villa deshalb
nur erwähnt. Zusätzliche Informationen gibt es bei der
FHG.
11.6.1 Energieautarkes
Solarhaus Freiburg [20]
Heizen wird im Haus der Zukunft zur Nebensache: 72 kWh Heizenergie
in Form von Wasserstoff verbrauchte das Energieautarke Haus des
Fraunhofer-Instituts für Solare Energiesysteme ISE in Freiburg
im Jahr 1994, das entspräche 7 l Heizöl. Im milden Winter
94/95 blieb es trotz großer thermischer Behaglichkeit sogar
völlig unbeheizt. Das ist das Ergebnis konsequenter Niedrigenergiebauweise
und passiver Solarenergienutzung mit optimierten Fenstern und Transparenter
Wärmedämmung. Ausgerechnet das Energieautarke Solarhaus
mit seinem aufwendigen Wasserstoffsystem liefert damit den Impuls
für eine starke Vereinfachung in der Gebäudeheiztechnik.
Schon eine handelsübliche Campinggasflasche mit Wärmestrahler
würde als kompakte und mobile "Notheizung" ausreichen.
Auch bei der Stromerzeugung setzt das Energieautarke Solarhaus Zeichen:
Weltweit zum ersten Mal stellte im Winter 1994/95 eine Brennstoffzelle
im Alltagsbetrieb die autarke Stromversorgung eines Wohnhauses sicher.
Sie wandelt in längeren Schlechtwetterperioden den im Sommer
solar erzeugten Wasserstoff hocheffizient in Strom um. Da die dabei
entstehende Abwärme zur Nachheizung des Brauchwassers genutzt
wird, wurde hier ein lautloses und schadstoffreies Miniatur-Blockheizkraftwerk
mit 1 kW elektrischer Leistung und einem Gesamtwirkungsgrad von
über 80 % realisiert.
11.6.2 Das Null-Heizenergiehaus
für jedermann [21]
Das Stuttgarter Fraunhofer-Institut für Bauphysik (IBP) entwickelte
das Null-Heizenergiehaus, das nun ein Fertighaushersteller für
jedermann anbietet Die Basis für Null-Heizenergie-Konzepte
sind Solarkollektorsysteme, die Sonnenwärme nicht nur passiv
einfangen, sondern speichern und sie dann erst an die Innenräume
abgeben, wenn sie benötigt wird.
Ein in Berlin nach Plänen des IBP errichtetes Haus besitzt
im Kern des Gebäudes einen großen Wassertank. Damit werden
die Solargewinne des Sommers in den Winter verlagert, wodurch auf
einen Heizkessel verzichtet werden kann. Die Solarkollektoren auf
dem Dach erwärmen zum einen das Brauchwasser, zum anderen heizen
sie einen 18 m3 großen Wasserspeicher im Keller bis 95 °C
auf. Dieser gut isolierte Speicher speist im Winter die Heizung.
Die aus den Entwicklungsprojekten des IBP gesammelten Erfahrungen
sollen zukünftig mit der Fertighausfirma WeberHaus nach einem
Entwurf des Freiburger Solararchitekten Rolf Disch in Häuser
für jedermann umgesetzt werden.
Die ersten Musterhäuser errichtet das Unternehmen bis zum Herbst
in Durbach-Ebersweiler. Der Heizenergieverbrauch des Null-Hauses
liegt bei jährlich 16 kWh/m2.
11.7 Fazit Solararchitektur
Die vielfältigen Erfahrungen mit den Niedrigenergiehäusern
zeigen, daß sich die Mehrkosten für die aufwendige Dämm-
und Klimatechnik auf nur etwa 10 % belaufen, so daß sich diese
Investitionen auch unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten lohnen.
Als wichtigste Voraussetzung gilt, daß bereits in der Konzeptionsphase
auf die Belange passiver Solarenergienutzung Rücksicht genommen
wird.
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|
[1]Quelle:
Bundesministerium für Bildung, Wissenschaft, Forschung und Technologie
[zurück]
[2] Quelle: Erneuerbare Energien in
Bayern [zurück]
[3] Quelle: http://ourworld.compuserve.com/homepages/hgrasshoff/system.htm
[zurück]
[4] Quelle: Erneuerbare Energien in
Bayern [zurück]
[5] Quelle: http://www.infos.de/Energiewende
[zurück]
[6] Quelle: http://www.infos.de/Energiewende
[zurück]
[7] Quelle: Erneuerbare Energien in
Bayern[zurück]
[8] Quelle: http://www.uni-siegen.de/
[zurück]
[9] Quelle: http://www.uni-siegen.de
/[zurück]
[10] Quelle: http://www.uni-siegen.de/
[zurück]
[11] Quelle: http://www.uni-siegen.de/
[zurück]
[12] Quelle: http://www.uni-siegen.de/
[zurück]
[13] Quelle: http://www.uni-siegen.de/
[zurück]
[14] Quelle: http://www.uni-siegen.de/
[zurück]
[15] Quelle: Universität Genf,
Prof. W. Weber, compagnon@eldp.epfl.ch [zurück]
[16] Quelle: http://www.uni-siegen.de/
[zurück]
[17] Quelle: Server der Tu-Berlin,
Fachgebiet erneuerbare Energien [zurück]
[18] Quelle: Server der Tu-Berlin,
Fachgebiet erneuerbare Energien [zurück]
[19] Quelle: http://www.ibp.fhg.de/wt/adeline/adeline.htm
[zurück]
[20] Quelle: Fraunhoferinstitut Freiburg
[zurück]
[21] Quelle: idEE, Informationsdienst
erneuerbare Energien [zurück]
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